Egmond aan Zee

Das Bunkermuseum Egmond aan Zee

Das Bunkermuseum der Stiftung Egmond ’40-’45. In den Dünen, in der Nähe des Boulevard Noord befindet sich ein ehemaliger deutscher Munitionsbunker, der von Mai bis Oktober, an jedem ersten Sonntag im Monat für das Publikums geöffnet ist. Nach dem Hinabsteigen über eine kleine Treppe und nach dem Betreten des etwas feuchten Bunkers begeben sich die Besucher auf eine Zeitreise. „Anhand von örtlichen Foto- und Filmdokumenten und anderen Objekten wird über die vergangene Geschichte berichtet: Über das Leben der ganz normalen Egmonder, der groß angelegten Evakuierung, die regelmäßige Beschießung des Seegürtels durch englische und amerikanische Jäger, über den Widerstand und die 1.000 deutschen Soldaten, die hier stationiert waren. Kurzum, Informationen über alles, was hier während des Zweiten Weltkrieges geschah.“

Einige Menschen finden Bunker spannend, andere wollen davon nichts wissen. „Verständlich“, bestätigt John Heideman, Wortführer der Stiftung Egmond ’40-’45. ,,Die Bunker stehen für viele Menschen als Symbol für schlechte Zeiten und für die Schrecken des Krieges. Aber dennoch entstand das Bewusstsein, dass die Bunker militärisches, als auch historisches Erbe seien, außerdem stellen sie einen Teil unserer Geschichte dar. Durch das Erhalten dieser Bunker und gleichzeitiges Aufbauen als Museum, können wir aus dieser schweren Periode lernen.“

Widerstandsnest & Atlantikwall

Der Munitionsbunker, der nun als Museum eingerichtet ist, ist ein Teil des ehemaligen Atlantikwalls und wird als ein sogenanntes Widerstandsnest bezeichnet, welches aus ca. 40 Bunkern bestand. Insgesamt gab es ca. 200 Bunker in der Nähe Egmonds. Heideman ist neben seiner Tätigkeit als Wortführer, auch Lehrkraft und Autor historischer Bücher. „Die Deutschen befürchteten einen Angriff vom Meer aus, aus diesem Grund wurden um das Widerstandsnest in der Nähe des Boulevard Noord Panzergräben und -mauern angelegt. Die 40 Bunker waren miteinander durch unterirdische Gänge und Laufgräben verbunden. Der ganze Komplex der Verteidigungsanlagen zwischen Wijk aan Zee, Castricum, Egmond aan Zee und Bergen, oder auch die Stützpunktgruppe Castricum hatten bei einer eventuellen Invasion eine Schlüsselrolle zu spielen. Jedes Nest hatte eine eigene Wasserversorgung und ein kleines Krankenhaus, denn es sollte während eines Angriffes 30 Tage durchhalten können.“

Nach dem Krieg wurden die Bunker oft mit Trümmerschutt zugeschüttet, zugemauert und später meistens unter dem Dünensand verborgen. 2015 wurde mit vereinter Kraft und größter Vorsicht der Museumsbunker ausgegraben. „Wir wollen den Bunker behalten, aber wir achten gleichzeitig auch auf unser einzigartiges und empfindliches Dünengebiet. Aus diesem Grund war auch während der gesamten Bauaktivitäten ein Förster der PWN anwesend. Mit Hilfe der Provincie Noord Holland, der Gemeinde Bergen und der PWN haben wir unsere Pläne verwirklichen können.“ Insgesamt wurden ca. 5.000 Kilo Schutt abgefahren.

Eine Reise in die Vergangenheit

Besucher des Bunkermuseums müssen eine steile Treppe hinabsteigen, um die Reise in die Vergangenheit anzutreten. „Man kann eine Menge Interessantes sehen und hören. Der Bunker besteht aus zwei kleinen Zimmern mit Vitrinen voller interessanter Objekte: Von Helmen und Kugeln, bis hin zu Fotos und anderen Gegenständen. Ein Beamer zeigt einen Film, Zeugen von damals erzählen ihre Geschichten.“ Die Freiwilligen der Stiftung hatten einen Aufruf gestartet und die Egmonder um historisches Material gebeten. „Dieser Aufruf hat zu ganz besonderen Stücken für das Museum geführt, so z. B. gibt es eine automatische deutsche Flugabwehrkanone, und man kann auch vorübergehend, den mit Kugeln durchsiebten Wetterhahn des Kirchturms von Egmond aan Zee bestaunen. Ebenfalls haben wir ein Warnschild vor Minen erhalten.“ Als Krönung des Ganzen ist wohl der Fund im Müll von einer Kiste voll mit Egmond-Fotos aus den 40-er-Jahren zu bezeichnen. „Glücklicherweise ist der Karton bei uns gelandet.“ Dieser Aufruft hat auch noch viele Erzählungen losgetreten. „Bei den Egmondern und bei den ehemaligen Militärs, die hier stationiert waren. Wir schreiben alles auf und halten so viel wie möglich fest, sodass die Geschichten für zukünftige Generationen bewahrt bleiben.“

Zukunftspläne

Die Stiftung Egmond 40-45 ist sehr stolz, dass nach all den Jahren der Vorbereitung und der Überlegungen endlich das Bunkermuseum eröffnet werden konnte, zu gleicher Zeit macht sie schon neue Pläne, dieses Museum weiter zu expandieren. „Zum Beispiel durch Rundführungen und die Verwaltung der übrigen Verteidigungsanlagen innerhalb des ehemaligen Stützpunktes XIX HL. Es gibt so viel, über die Verteidigungsanlagen und was dort alles geschehen ist, zu erzählen.“ Heidemann organisiert in seiner Freizeit Führungen. Mit dem Fahrrad fährt er mit Gruppen durch die Dünen zwischen Egmond-Binnen und Castricum. „Das Interesse ist groß - bei Jung und Alt. Dass die Jugend auch daran interessiert ist, was damals passiert ist, freut mich. Wir halten so die Geschichte am Leben, sodass wir daraus lernen können!“

Zum Bunkermuseum von Egmond aan Zee folgen Sie den Hinweisschildern auf dem Boulevard Noord.

Geöffnet von April bis Oktober, jeden ersten und derden Sonntag im Monat, von 11 bis 16 Uhr. Eine Eintrittskarte kostet für einen Erwachsenen €1,50.-für Veteranen und Kinder bis 10 Jahren (unter Begleitung eines Erwachsenen) ist der Eintritt gratis.

Informationen

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